Blockchain Use Case – Beweis für Existenz eines Dokuments

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Blockchain Use Cases für eine breite Anwenderschaft sind rar: Volatilität der Währungen und die erst langsam wachsende Akzeptanz bei Nutzern sind zwei wichtige Gründe dafür. Umso spannender ist das Projekt der Project Partners – Digital Innovation Delivered, mit dem nun einer der ersten massentauglichen Blockchain Use Cases an den Start geht.

Die Anwendungsfälle

In verschiedenen Situationen ist es wichtig, beweisen zu können, dass ein bestimmtes Dokument schon zu einem Zeitpunkt in der Vergangenheit existiert hat – ohne dabei den Inhalt des Dokuments preiszugeben. Heute könnte so ein Dokument zeitaufwendig und kostenintensiv beim Notar hinterlegt werden. Zu abstrakt? Hier ein paar Use Cases:

Patent

Unternehmen A arbeitet an technischen Neuerungen. Schon während der Entwicklung kann es seine Konzepte als PDF-Datei hashen und den Hash auf die Blockchain schreiben. Denn um den Wettbewerbsvorteil durch ein möglichst lange geltendes Patent zu maximieren, soll das Patent erst kurz vor der Fertigstellung der Forschungsarbeit eingereicht werden. Bis dahin forscht das Unternehmen komplett unter dem Radar.
Ein Mitbewerber B forscht ebenfalls an einer ähnlichen Entwicklung – stellt diese sogar eher fertig. Der Mitbewerber reicht einen Patentantrag ein. Um jetzt beweisen zu können, dass das Patent keine Gültigkeit hat, weil das Wissen schon vorher beim Unternehmen A vorhanden war, kann Unternehmen A das Dokument erneut hashen. Weil der Hash schon in einem Block in der Vergangenheit beinhaltet war, ist bewiesen, dass Unternehmen A zu dem Zeitpunkt in der Vergangenheit bereits das technologische Wissen hatte.

Notizen im Falle eines Rechtsstreits

Ein Klassiker vor Gericht: Lieferant und Kunde streiten sich über ein schief gelaufenes Projekt. Als Beweis für die richtige Ausführung durch den Lieferanten führt dieser eine Notiz aus der Anfangsphase des Projekts an, die seine Darstellung untermauert. Der Kunde widerspricht und begründet, dass diese Notiz im Nachhinein verändert wurde, um zu den heutigen Fakten zu passen.
Weil der Lieferant zu jeder Zeit seine Notizen über die Blockchain zeitlich gesichert hat, kann er nachweisen, dass die Notizen authentisch sind, und gewinnt den Prozess.

Technische Voraussetzungen

Als Voraussetzung wird MetaMask benötigt. MetaMask ist ein Krypto-Wallet, mit dem man die Ethereum Blockchain benutzen kann. Egal ob zum Geldüberweisen oder um Programme auszuführen.
Dann entweder richtiges Ether für ein paar Euro kaufen (Google “Ether kaufen”) oder über die Ropsten Faucet etwas Spielgeld beantragen. Ropsten ist das Test-Netzwerk von der Ethereum-Blockchain.

So funktioniert’s

  1. Die App für’s Verewigen von Dokumenten auf der Blockchain öffnen.
  2. MetaMask aktivieren.
  3. Ein Dokument (PDF, Word-DOCX, Foto, ZIP, …) über Drag’n’Drop einfügen.
  4. Den Hash verewigen.

Kosten

Ein hochsicheres Rechenzentrum, das gegen rückwirkende Änderungen geschützt ist, zu unterhalten, wäre unglaublich teuer. Um den Hash eines Dokuments auf der Blockchain zu verewigen, liegen die Kosten bei ca. 0,15 bis 0,25 EUR. Dieses Geld geht an die Miner, um die Blockchain weiter zu schmieden. Die Project Partners stellen die Applikation kostenfrei zur Verfügung.

Open-Source

Die Software ist Open-Source. Das heißt, jeder kann die Quellen einsehen. Damit kann man z. B. sicherstellen, dass die Dokumente nicht an eine dritte Partei verschickt werden. Vor allem im Fall des Patent-Dokuments aus dem Anwendungsfall oben wäre das ein echtes Desaster.

Engagement der MS Eisberg

Unser Engagement lag im Design der Oberfläche und der Umsetzung der grafischen Elemente des Frontends. Die Kernkompetenz der Project Partners liegt in der Konzeptionierung von Blockchain Use Cases und der Anbindung der Blockchain in die vorhandene Enterprise Architecture.